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Kriminalitätsstatistik

Vorrtellung PKS Kriminalität
Kriminalitätsstatistik
Am 8. März 2021 stellte Behördenleiter Dr. Axel Lehmann gemeinsam mit Abteilungsleiterin Polizei PDin Picker und dem Leiter der Direktion Kriminalität, KR Carsten Seck, die Kriminalitätsentwicklungszahlen des Jahres 2020 für Lippe vor. Detaillierte Informationen zur Kriminalitätsentwicklung im Kreis Lippe in den vergangenen Jahren erhalten Sie rechts auf dieser Seite!

Zusammenfassung der Kriminalitätsentwicklung für das Jahr 2020:

Die Anzahl der registrierten Straftaten ist im Jahr 2020 in Lippe erfreulicherweise wieder leicht gesunken. Die Wahrscheinlichkeit, in Lippe Opfer einer Straftat zu werden, ist damit noch einmal geringer geworden. Mit insgesamt 12.922 Straftaten kann die Polizei Lippe 1,8 % weniger Straftaten als im Jahr 2019 vermelden. Der Kreis Lippe zählt damit erneut zu den am geringsten mit Kriminalität belasteten Kreisen in NRW.
Auch der Blick auf die Kriminalitätshäufigkeitszahl (Straftaten im Verhältnis zur Einwohnerzahl) bestätigt den Trend. Diese beträgt, hochgerechnet auf 100.000 Einwohner, 3.718 und ist damit ebenfalls niedriger als ein Jahr zuvor.
Die statistischen Zahlen für das Jahr 2020 sind auch durch die Corona-Pandemie geprägt und dadurch nur bedingt mit den Vorjahren vergleichbar.
Ein anschauliches Beispiel dafür ist der Wohnungseinbruch. Dieses für die Opfer so belastende Deliktsfeld hat zu 2019 nochmals um etwa 4 % abgenommen. Das ist auch auf nächtlichen Ausgangsverbote sowie einer erhöhten Anzahl an Menschen zurückzuführen, die aufgrund der Corona-Krise ganztags zuhause sind. Wir zählten im vergangenen Jahr insgesamt 323 Wohnungseinbrüche und befinden uns damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2011. Erfreulich ist auch, dass 42 % dieser Einbrüche von den Tätern nicht vollendet werden konnten. Hier zahlt sich eine gute Präventionsarbeit aus. Die Menschen haben ihre Häuser und Wohnungen besser gegen Einbruch gesichert. Auch eine gute Nachbarschaft schützt vor solchen Taten.
Ein weiterer Ausfluss der Pandemie ist, dass Täter ihre Aktivitäten ins Internet verlagern. So haben Fälschungs- und Betrugsdelikte um ca. 15 % zugenommen. Hierunter fallen zum Beispiel Delikte im Zusammenhang mit Fake-Shops im Onlinehandel, falsche Gewinnversprechen per E-Mail oder Phishing-Mails.
Der anzahlmäßig größte Deliktsbereich ist regelmäßig der Diebstahlsbereich mit mehr als 4.400 Taten im vergangenen Jahr. Das ist ein Rückgang von knapp 12 %. Fahrraddiebstähle haben um 36 % abgenommen.
Nach dem Anstieg der Rohheits- und Körperverletzungsdelikte im Jahr 2019 sind diese Straftaten wieder etwas zurückgegangen. Die Lippische Polizei hat knapp 11 % weniger dieser Delikte aufnehmen müssen. Während ein Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten zu verzeichnen ist, stellen wir bei Raubdelikten leider steigende Zahlen fest.
Die statistischen Zahlen im Bereich der Rauschgiftkriminalität lassen einen Zuwachs erkennen. Da es sich bei diesen Delikten um sogenannte Kontrolldelikte handelt, ist diese Anzahl nicht zwingend negativ zu bewerten. Je mehr die Polizei in diesem Bereich aktiv überwacht, desto stärker erhellt sie das Dunkelfeld und klärt Straftaten auf. Das spiegelt sich auch in der relativ hohen Aufklärungsquote von über 93 % wieder. In die absolute Zahl von 638 registrierten Delikten fällt im Jahr 2020 auch ein größeres Verfahren gegen einen Dealer aus Lippe. An dieses schlossen sich eine hohe Anzahl weiterer Verfahren gegen Abnehmer der Drogen an.
Den steigenden Zahlen im Bereich der Sexualdelikte ist die Polizei Lippe bereits mit einer Stärkung der Sachbearbeitung im Jahr 2019 begegnet. Auch im Jahr 2020 haben wir einen Anstieg von mehr als 47 % zu verzeichnen. Insgesamt wurden über 500 Fälle polizeilich registriert. In 133 Fällen handelte es sich um sexuellen Missbrauch von Kindern.
Hier macht sich das nachhaltig veränderte Anzeigeverhalten der Menschen bemerkbar. Durch die Aufdeckung etlicher Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern in ganz Deutschland und das große Medienecho dazu, hat das Hinweisaufkommen in diesem Bereich zugenommen. Durch ein aufmerksames Umfeld wird das Dunkelfeld verkleinert, so dass die Polizei vermehrt Ermittlungen aufnehmen und Betroffenen helfen kann.
Im Bereich der Kinderpornografie ermittelte die lippische Polizei in einem großen Verfahren, bei dem entsprechende Bilder in Messenger-Chats verbreitet wurden.
Die Aufklärungsquote konnte im Bereich der Sexualdelikte auf einen Wert von 87,5 % gesteigert werden.
Die Aufklärungsquote der Gesamtstraftaten ist in diesem Jahr nochmals um knapp 3 % verbessert worden. Knapp 60 % der in Lippe begangenen Straftaten klärte die Polizei im vergangenen Jahr auf.
Diese Quote variiert deliktsabhängig. Im Bereich des Wohnungseinbruchs liegt sie lediglich bei 10,5 %. Das hat damit zu tun, dass häufig überörtlich agierende Täter oder Tätergruppen in Wohngebäude eindringen. Ermittlungsansätze sind in den Fällen regelmäßig nicht oder nur in einem begrenzten Rahmen vorhanden.
Im Bereich der Körperverletzungsdelikte liegt die Aufklärungsquote deutlich über 90 %. Hier agieren häufig Personen aus dem persönlichen Umfeld miteinander, was eine Aufklärung dieser Taten recht wahrscheinlich macht.
 

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