Polizeinotruf in dringenden Fällen: 110

Menü

Inhalt

Landrat mit Führungsbeamten der Kreispolizeibehörde
Verkehrsunfallstatistik 2021
Am 14. März 2022 stellte Landrat und Behördenleiter der Polizei, Dr. Axel Lehmann (rechts im Bild), gemeinsam mit Abteilungsleiter der Polizei, Polizeidirektor Alexander Fenske (links) und dem Leiter der Direktion Verkehr, Polizeioberrat Peter Pauls (Mitte), die Statistik für das Jahr 2021 vor.
Lars Ridderbusch

Im Jahr 2021 registrierte die Polizei Lippe insgesamt 8.770 Verkehrsunfälle. Das sind 10,7 % - oder in Zahlen ausgedrückt 846 - mehr Unfälle als im Jahr davor.
Ursächlich dafür ist nicht zuletzt die zum Vergleich des Jahres 2020 erhöhte Verkehrsdichte. Pandemiebedingt gab es im Vorjahr einen erheblichen Rückgang des Verkehrsaufkommens. Das war im Jahr 2021 nicht mehr in vergleichbarem Umfang zu beobachten. Durch mehr Verkehrsteilnehmende auf lippischen Straßen und Plätzen stiegen die Unfallzahlen nach dem deutlichen Rückgang in 2020 wieder an, blieben jedoch unter dem Niveau der Vorjahre. 

Bei 876 dieser Verkehrsunfälle wurden insgesamt 1.105 Personen verletzt. Im Vorjahr waren es 66 weniger. 9 Menschen verloren 2021 bei Unfällen ihr Leben. Das sind 2 mehr als in 2020. 

Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg etwas an; um 15 Personen auf insgesamt 262. Diese Verkehrsteilnehmenden wurden bei Unfällen so schwer verletzt, dass sie in Kliniken stationär aufgenommen und behandelt werden mussten.

Um die Verkehrsunfallzahlen auf Landesebene vergleichbar zu machen, wird das Unfallgeschehen in der Verunglücktenhäufigkeitszahl (VHZ) ausgedrückt. Dabei wird die Anzahl der Verkehrsunfälle bzw. der dabei verletzten Personen in Relation zur Einwohnerzahl gesetzt. In Lippe stehen wir dabei auf Platz 16 aller 47 Kreispolizeibehörden in NRW. Das Risiko, an einem Verkehrsunfall beteiligt oder dabei sogar verletzt zu werden, ist in Lippe deutlich geringer als im Landesdurchschnitt.

Verkehrsbeteiligung

Die Gruppe der jungen motorisierten Fahranfängerinnen und Fahranfänger ist nach wie vor überproportional häufig an Verkehrsunfällen beteiligt. Während ihr Anteil an der lippischen Bevölkerung etwa 7,5 % ausmacht, sind sie bei Verkehrsunfällen, bei denen Menschen verletzt oder sogar getötet werden, in 18 % der Fälle beteiligt.  
Ein junger Motorradfahrer kam bei einem Verkehrsunfall im Jahr 2021 ums Leben. 
Im Bereich der PKW- und Motorradfahrenden spiegelt sich der Trend des Gesamtverkehrs wider. Die Fallzahlen der Verletzten steigen wieder leicht an.
Bei Fahrrad- und Pedelecfahrenden stagnieren die Zahlen der bei Verkehrsunfällen verunglückten Menschen auf einem relativ hohen Niveau. Der Rückschluss ist hier, wenn mehr Menschen auf dem Rad unterwegs sind, sind auch mehr von ihnen an Verkehrsunfällen beteiligt. 

Gerade ältere Menschen wissen die Motor-Unterstützung beim Fahrradfahren zu schätzen. Leider bergen die möglichen Fahrgeschwindigkeiten von Pedelecs und E-Bikes auch Gefahren. Ein Fahrer wurde im Jahr 2021 bei einem Verkehrsunfall getötet.
35 Seniorinnen oder Senioren wurden bei Unfällen mit ihrem Fahrrad oder Pedelec verletzt. Das sind 25 weniger als im Jahr 2020, die mit ihrem Zweirad verunglückten. Diesen positiven Trend möchte die Polizei, trotz der steigenden Anzahl an Verkehrsteilnehmenden in diesem Bereich, fortsetzen. Dafür setzte die lippische Polizei insbesondere auf Prävention. Regelmäßig bietet die Verkehrssicherheitsberatung Seminare für den korrekten und sicheren Umgang mit den motorunterstützten Zweirädern an.

Ziel der Polizei ist es, die Anzahl der Verletzten und Toten im Straßenverkehr zu senken. Jedes Menschenleben, das auf Grund eines Verkehrsunfalls ausgelöscht wird, ist eines zu viel! Die Sicherheit der Menschen in Lippe hat absolute Priorität. Dazu verfolgt die Polizei Lippe weiterhin einen ausgewogenen Mix aus Prävention und Repression, der aus drei Eckpfeilern besteht:

  • Verkehrsüberwachung 
  • Zusammenarbeit mit anderen Behörden 
  • Verkehrsunfallprävention


Die seit Jahren praktizierte landesweite Strategie zur Reduzierung der Geschwindigkeitsunfälle zeigt, dass die Verkehrsüberwachung in diesem Zusammenhang notwendig ist.
Neben dem „Abbiegen/Wenden“ und „Alkohol/Drogen“ ist das zu schnelle Fahren immer noch eine der Hauptunfallursachen auf lippischen Straßen. Deshalb werden die Geschwindigkeiten weiterhin flächendeckend gemessen und festgestellte Verstöße rigoros sanktioniert.

Die Zusammenarbeit der Polizei mit Straßenverkehrsbehörden und Straßenbaubehörden ist seit Jahren fruchtbar. Gemeinsam mit dem Gremium der Unfallkommission können über diese Zusammenarbeit regelmäßig erkannte Schwachstellen im Verkehrsraum ausgeräumt werden. Insbesondere im Bereich von Unfallhäufungsstellen ist der Austausch sowie ein gemeinsames Vorgehen sehr zielführend.

Das unerlaubte Entfernen von einer Unfallstelle - auch Verkehrsunfallflucht genannt - beschäftigt die Polizei Lippe seit Jahren.

Im Jahr 2021 hatte das Verkehrskommissariat über 1.600 derartiger Fälle zu bearbeiten! In 76 Fällen flüchteten Beteiligte, obwohl es Verletzte bei dem Verkehrsunfall gab.
Die Aufklärungsquote im Bereich der Fluchten, in denen es verletzte Menschen zu beklagen gab, lag bei über 66 %. Ein guter Wert, den es zukünftig zu steigern gilt. 
Verkehrsunfallflucht ist kein Kavaliersdelikt! Es handelt sich um eine Straftat. 
Werden Sie nicht zum Täter/zur Täterin und melden Sie einen Verkehrsunfall selbst bei der Polizei!
Mit der aktuellen Präventionskampagne #unfallfluchtnichtmitmir werden gezielt Täterinnen und Täter, Zeuginnen und Zeugen und Geschädigte angesprochen. Im Netz sowie über Social-Media-Kanäle informiert die Polizei Lippe wiederkehrend über die Folgen einer Unfallflucht und gibt Verhaltensstipps für alle Seiten. 

Die ausführliche Verkehrsunfallstatistik 2021 finden Sie im rechten Bereich dieser Website (bei mobilen Endgeräten im unteren Bereich).

 

In dringenden Fällen: Polizeinotruf 110